FAQ

Gibt es Vorsichtsmaßnahmen, um gar nicht erst abhängig zu werden?

Jede Teilnahme an Glücksspielen kann in ein problematisches bzw. pathologisches Glücksspielverhalten abgleiten. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Gefährdungspotenziale der verschiedenen Glücksspielformen jeweils unterschiedlich hoch sind.

Dabei gilt: Das Suchtpotenzial ist umso höher:

  • je schneller ein Spiel ist

  • je mehr die oder der Spielende miteinbezogen wird

  • je höher die Gewinnaussichten sind

  • je leichter das Glücksspiel zugänglich ist

  • und je öfter die oder der Spielende „nur knapp daneben liegt“

Eine Vorsichtsmaßnahme wäre, nicht an Glücksspielen teilzunehmen oder insbesondere auf die gefährlicheren Glücksspiele wie Casino- und Automatenspiele oder Sportwetten zu verzichten. Möchten Sie dennoch an diesen Glücksspielen teilnehmen, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Sie können mit Glücksspielen kein Geld verdienen

  • Notieren Sie Ihre Einsätze, Gewinne und Verluste

  • Setzen Sie sich vor dem Spielen ein Geld- und Zeitlimit

  • Spielen Sie ausschließlich mit Geld, das Ihnen gehört

  • Spielen Sie immer nur um Geld, das Sie nicht für andere Dinge brauchen

  • Planen Sie immer den Verlust des gesamten Einsatzes ein

  • Versuchen Sie niemals, Verluste durch neue Einsätze wieder zurückzuholen

  • Spielen Sie nicht, um Sorgen und Problemen zu entfliehen

  • Achten Sie darauf, dass Sie andere Hobbys, Arbeit, Ausbildung, Sport, Familie oder Freundeskreis nicht vernachlässigen

  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie ein problematisches Spielverhalten entwickeln, lassen Sie sich für Glücksspiele sperren und holen Sie sich Hilfe

Was kann ich tun, wenn eine mir nahestehende Person Probleme mit dem Glücksspielen hat?

Angehörige können Betroffene dazu ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und sie gegebenenfalls dorthin begleiten. Geld zu leihen oder Schulden zu übernehmen, hilft in der Regel nicht, sondern verschlimmert das Problem meist noch.

Da Angehörige von Glückspielsüchtigen oft mit der Situation überfordert sind, stehen ihnen die aufgeführten Beratungsangebote und digitalen Hilfen ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Einige Angebote richten sich direkt an Angehörige. Auch die Kinder in glücksspielbelasteten Familien sollten altersgemäß aufgeklärt und speziell berücksichtig werden (siehe auch „Hilfe/Beratung").

Schulden – was nun?

Bei problematischem Glücksspielverhalten sind Schulden eher die Regel als die Ausnahme. Ihre finanzielle Situation und eine eventuelle Schuldenproblematik werden in der Suchtberatungsstelle in die Gespräche einbezogen bzw. berücksichtigt. Bei Bedarf und auf Wunsch werden Sie an eine Schuldnerberatungsstelle weitervermittelt.

Welche Spielerschutzmaßnahmen müssen Glücksspielanbieter umsetzen?

Die Anbieter müssen Regelungen zum Spieler- und Jugendschutz einhalten. Sie sind verpflichtet, ihre Kund:innen zu verantwortungsbewusstem Glücksspiel anzuhalten und der Entstehung von Glücksspielsucht vorzubeugen. Die Anbieter müssen entsprechende Sozialkonzepte vorhalten und ihre Mitarbeitenden regelmäßig schulen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist die Teilnahme an Glücksspiel verboten. Auch die Begleitung und Anleitung durch eine volljährige Person oder die Nutzung des Zugangs einer anderen Person ändern nichts an diesem Verbot. 

Verpflichtend für alle Glücksspielanbieter ist die Aufklärung der Spielteilnehmer:innen etwa über die Gewinnchancen des jeweiligen Glücksspiels, über sämtliche Spielerschutzmaßnahmen, das Suchtrisiko und die Hilfemöglichkeiten bei Glücksspielsucht. Beim Online-Glückspiel müssen die Nutzenden jederzeit die Möglichkeit haben, Einsicht in ihren Spielverlauf zu nehmen einschließlich ihrer Einzahlungen und Verluste.

Eine wichtige Maßnahme zum Spielerschutz ist das Einzahlungslimit. Bei Online-Glückspielen liegt es anbieterübergreifend bei 1.000 Euro monatlich, es kann aber auch niedriger eingestellt werden.  

Bei vielen Glücksspielen ist festgelegt, wie hoch der Einsatz pro Spiel höchstens sein darf.  

Es gibt auch Regelungen, die das gleichzeitige Spielen einer Person bei mehreren Anbietern (online) oder auf mehreren Geräten (vor Ort) verhindern sollen.  Außerdem ist ein zentrales, anbieterübergreifendes Spielersperrsystem verpflichtend für alle Glücksspielangebote mit hohem Suchtrisiko. Damit können sich Nutzende selbst sperren lassen oder auf Veranlassung anderer Personen gesperrt werden. 

Die Anbieter von Online-Sportwetten, Online-Casinospielen, Online-Poker und virtuellen Automatenspielen im Internet müssen außerdem einen sogenannten Notfallbutton zur Verfügung stellen, der die betreffenden Personen sofort für 24 Stunden sperrt.