Glücksspiele
Als Glücksspiel werden Spiele definiert, bei denen Geld dafür bezahlt wird, um Chancen auf einen Gewinn zu erhalten. Der Gewinn ist vollständig oder zum großen Teil vom Zufall abhängig. Eine Quote legt fest, wie wahrscheinlich ein Gewinn ist und ist immer so gewählt, dass der Anbieter Geld verdient.
Glücksspiele sind so konstruiert, dass sie attraktiv wirken, Spannung erzeugen, die Spielenden fesseln und ein Verlangen hervorrufen, erneut zu spielen. Dabei werden wichtige Funktionen des menschlichen Gehirns und der Psyche bewusst angesprochen. Dadurch kann es dazu kommen, dass Spielende die Kontrolle über ihr Verhalten verlieren und eine Suchterkrankung entwickeln.
Je schneller ein neues Spiel begonnen werden kann und je öfter und leichter Glücksspiele verfügbar sind, umso höher ist ihr Suchtpotenzial.
Online-Glücksspiele
Online-Glücksspiele sind Glücksspiele, die über den Computer, das Smartphone oder ein anderes internetfähiges Gerät (etwa ein Tablet) gespielt werden können.
Im Jahr 2021 wurde ein großer Teil der vorher verbotenen Online-Glücksspiele legalisiert.
Dass man sie überall und jederzeit spielen kann, ohne sich dabei in der Öffentlichkeit zeigen zu müssen, macht Online-Glücksspiele besonders gefährlich für Risikogruppen. Kommen dann noch Merkmale wie Schnelligkeit, multiple Gewinnmöglichkeiten etc. hinzu, haben Online-Glücksspiele ein hohes Suchtrisiko. Deswegen sind vor allem Online-Automatenspiele, Sportwetten und Casinospiele gefährlich.
Automatenspiele
Das Spiel an Automaten (Slot-Machines) ist weit verbreitet. Aufgrund verschiedener Merkmale (z.B. Schnelligkeit, Ton- und Lichteffekte) gehört es zu den gefährlichsten Glücksspielen. Die meisten glücksspielsüchtigen Menschen haben ein Problem mit dem Automatenspiel.
Neben dem Internet sind Automatenspiele in Spielbanken, in Spielhallen/Spielotheken und in zahlreichen Imbissen, Gast- und Raststätten verfügbar.
Black Jack/Roulette/Baccara
Diese klassischen Casinospiele (das sogenannte „große Spiel“) haben ein hohes Suchtrisiko und aufgrund der hohen Einsatzmöglichkeiten kann man hier viel Geld verlieren.
Sportwetten
Sportwetten sind Glücksspiele, und selbst wer sich auskennt, kann damit langfristig kein Geld gewinnen. Denn auch die scheinbar „sicheren“ Wetten hängen von vielen äußeren Bedingungen – und damit vom Zufall – ab. Sportwetten – und insbesondere Live-Wetten – gehören zu den gefährlichsten Glücksspielen und bereiten vor allem jungen und sportbegeisterten Menschen Probleme. Seitdem sie auch online erlaubt sind und gerade im Rahmen von Sportveranstaltungen massiv für sie geworben wird, verschärft sich diese Entwicklung.
Poker
Auch wenn der Erfolg beim Poker mitunter vom eigenen Können abhängt, wird der Spielausgang zu einem großen Anteil vom Zufall bestimmt. Deswegen zählt auch Poker zu den Glücksspielen. Doch Anbieter vermarkten das Glücksspiel als Sportereignis und verharmlosen es damit. Legenden um Pokerspieler, die als Nobody große Profiturniere gewinnen, schüren zusätzlich Hoffnungen.
Aufgrund seiner hohen Ereignisfrequenz und der hohen (Online-)Verfügbarkeit gehört Poker zu den riskanten Glücksspielen.
Börsenhandel
Kurzfristige und riskante Spekulationen an der Börse entsprechen vom Prinzip wie vom Suchtrisiko her weitgehend dem klassischen Glücksspiel. Kauf und Verkauf von Aktien erfolgen oft innerhalb von Minuten. Entscheidend sind bereits kleinste Kurschwankungen, die sich auch bei guter Sachkenntnis nicht vorhersagen lassen. Hohe Vermögensverluste sind möglich – und das Suchtpotenzial ist hoch. Mittels leicht zu bedienender Apps versuchen auch immer mehr junge Menschen, die bisher wenig Berührung mit Finanzmärkten hatten, ihr Glück an der Börse.
Lotterien und Lose
Neben der klassischen Lotterie „6 aus 49“ und den Fernseh- und Soziallotterien gibt es sogenannte Zweitlotterien. Diese führen keine eigenen Ziehungen durch, sondern bieten Wetten auf das Ergebnis der großen Lotterien an. Durch das immer größere Online-Angebot von Lotterien und Losen steigt auch das Suchtrisiko dieser Glücksspielformen.
Glücksspielelemente in Videospielen
In immer mehr Videospielen gibt es glücksspielähnliche Elemente, oder man kann an Glücksspielen um Spielgeld teilnehmen. Außerdem muss für einen größeren Spielerfolg oft bezahlt werden. Zum Beispiel kann man Kisten mit speziellen Gegenständen/Waffen/Spielerkarten (Lootboxen) kaufen. Der Inhalt ist erstmal unbekannt – und der Kauf wird zum Glücksspiel.
Handy-Games
Bei vielen Handy-Games ist der Spielerfolg von In-App-Käufen abhängig. Bei Social Games kann zusätzlich Druck entstehen, wenn man mit anderen mithalten möchte. Einige Spiele ähneln Glücksspielen, auch wenn nicht um echtes Geld gespielt wird. Unrealistisch hohe Gewinnchancen können dazu verführen, an echtem Glücksspiel teilzunehmen. Vor allem junge Menschen geben für Handy-Spiele viel Geld aus.