Hilfe/Beratung
Wann sollte ich mir Hilfe suchen?
Wenn Sie merken, dass Sie über Ihr Glücksspielen die Kontrolle verlieren und Sie mehr Geld und Zeit verspielen, als Sie sich vornehmen, sollten Sie sich Hilfe suchen. Auch die Vernachlässigung von Arbeit oder Ausbildung, Familie, Freundeskreis und anderen Hobbys zugunsten des Glücksspielens sind wichtige Hinweise auf eine Problementwicklung.
Unser Selbsttest hilft Ihnen dabei, einzuschätzen, ob Ihr Spielverhalten außer Kontrolle geraten ist.
Welche Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene gibt es?
Von einer Glücksspielsucht Betroffene können lernen, mit ihrer Erkrankung umzugehen und wieder ein zufriedenstellendes Leben zu führen. Mit Unterstützung von außen gelingt dies oft leichter.
Neben verschiedenen Beratungsangeboten in Suchtberatungsstellen, online oder per Telefon, gibt es Selbsthilfegruppen oder digitale Hilfen – kostenlos, streng vertraulich und auch für Angehörige.
Zur Behandlung der Suchterkrankung können Betroffene eine ambulante oder stationäre Therapie in Anspruch nehmen. Da Glücksspielsucht in Deutschland als Krankheit anerkannt ist, besteht ein rechtlicher Anspruch auf ambulante oder stationäre Behandlung, die von den Rentenversicherungsträgern bzw. den Krankenkassen finanziert wird. Die Behandlung wird von Suchtberatungsstellen vermittelt.
Auf unserer Website erhalten Sie einen Überblick über Ihre unterschiedlichen Möglichkeiten und ersten Anlaufstellen.
Wo finde ich schnelle Hilfe in einer Krise?
In manchen Situationen braucht man sofort Hilfe. Wenn Sie sehr verzweifelt sind oder merken, dass Sie nicht im Griff haben, was Sie als nächstes tun, sollten Sie zeitnah mit jemanden reden. Dafür gibt es Krisendienste oder Krisenhotlines. Die Telefonseelsorge erreichen Sie bundesweit unter 0800 111 01 11 oder 0800 111 02 22. In dringenden Notfällen rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Welche Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige gibt es?
Viele Angehörige sind mit der Situation eines (glücksspiel-)süchtigen Menschen überfordert. Sie sind durch die Sucht meist persönlich mitbetroffen. Darum steht auch ihnen in ihrer Situation die kostenlose Hilfe der Suchtberatungsstellen, Beratungshotlines oder Online-Beratungsportalen zu. Zusätzlich gibt es digitale Hilfen speziell für Angehörige.
Was Sie als Angehörige selbst tun können:
Gehen Sie offen mit der Problematik um – sowohl gegenüber den Betroffenen als auch in Ihrer Familie und Ihrem Freundeskreis. Falls Sie Kinder haben: Beziehen Sie diese mit ein und achten Sie auf eine altersangemessene Aufklärung
Versuchen Sie nicht, das Verhalten der betroffenen Person zu kontrollieren
Setzen Sie klare Grenzen und kündigen Sie nur Konsequenzen an, die Sie einhalten können und wollen
Geben Sie der betroffenen Person kein Geld und übernehmen Sie keine Schulden
Holen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe und empfehlen Sie dies auch der betroffenen Person
Sorgen Sie gut für sich, gehen Sie Ihren Hobbys nach und treffen Sie Menschen, die Ihnen guttun
Verschaffen Sie sich Entlastung, indem Sie mit anderen über Ihre Sorgen und Bedenken sprechen. Schildern Sie auch der betroffenen Person Ihre Gefühle und Gedanken
Lassen Sie die Verantwortung bei der betroffenen Person. Lügen Sie nicht für sie und übernehmen Sie nicht deren Aufgaben
Es gibt keine Tipps, die für alle zu jeder Zeit funktionieren. Wichtig ist nur, dass Sie etwas unternehmen.
Was tun, wenn Kinder mitbetroffen sind?
Kinder aus Familien mit einer Glücksspielproblematik sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Auch wenn die Erkrankung nicht offensichtlich ist, spüren sie, dass etwas nicht in Ordnung ist. Sie suchen die Schuld oft bei sich und passen ihr Verhalten an, um die Probleme in der Familie abzumildern. Das kann sich nachteilig auf ihre persönliche Entwicklung auswirken. Wenn Ihr Kind weiß, was los ist, und die Möglichkeit hat, in der Familie über das Problem und seine Sorgen zu reden, hilft es ihm dabei, mit der schwierigen Situation umzugehen.
Auch in der Suchtberatung können Sie über den Umgang mit der Erkrankung in der Familie sprechen und erhalten Unterstützung und Informationen über Angebote für Kinder. Das Kinderbuch der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern und Pad gGmbH Berlinbietet Hilfe für Eltern und Kinder aus glücksspielbelasteten Familien beim Umgang mit der Problematik.